Was ist Schnittbilderstellung (Marker Making) in der Mode?
Das Anordnen aller Schnittteile eines Zuschnittauftrags auf einem Stofflagebild, um den Verschnitt vor dem Zuschnitt zu minimieren.
Kurz erklärt
Die Schnittbilderstellung ist der Schritt in der Bekleidungsfertigung, in dem alle Schnittteile eines Zuschnittauftrags in einem Lagebild angeordnet werden, das der Stoffbreite entspricht. Ziel ist es, so wenig Stoff wie möglich zu verbrauchen und dabei Fadenlauf, Druckrichtung und Qualitätsanforderungen einzuhalten, bevor der Stoff ausgelegt und zugeschnitten wird.
Wie funktioniert das in der Praxis?
Nach der Gradierung der Schnitte stellt der Schnittbildersteller die Teile für die Grössen und Mengen eines Produktionsauftrags zusammen. Mit CAD-Software verschachtelt er die Teile dicht auf der Stoffbreite und mischt dabei oft Grössen, um die Effizienz zu steigern. Das Schnittbild muss die Eigenschaften des Stoffes berücksichtigen: Drucke mit Laufrichtung und Florstoffe wie Samt erfordern, dass alle Teile in dieselbe Richtung zeigen, während Karos und Streifen exakt aufeinander abgestimmt werden müssen. Das Ergebnis wird auf Papier geplottet oder direkt an einen automatischen Cutter gesendet.
Die Schnittbildausnutzung, also der Anteil der Stofffläche, der von Schnittteilen belegt wird, ist eine wichtige Kennzahl für Fabriken und dient zur Berechnung des Stoffverbrauchs in der Kalkulation.
Warum ist das für Modeunternehmen wichtig?
Stoff ist oft der grösste Einzelkostenpunkt eines Kleidungsstücks, sodass sich selbst kleine Verbesserungen bei der Schnittbildausnutzung über grosse Aufträge summieren. Effiziente Schnittbilder reduzieren zudem den Zuschnittabfall, was Nachhaltigkeitsziele unterstützt. Für Marken hilft das Verständnis der Schnittbild-Annahmen, Lieferantenangebote und die Angaben zum Stoffverbrauch in der Stückliste zu beurteilen.
Wie verändert KI das?
Automatische Verschachtelungsalgorithmen werden seit Jahren eingesetzt, und neuere Optimierungs- und KI-Verfahren finden dichtere Anordnungen schneller, auch für komplexe Aufträge mit gemischten Grössen. Verknüpft mit Zuschnittmaschinen und ERP-Daten helfen diese Tools Fabriken, den Stoffbedarf präziser zu planen und Reststoffe für kleine Aufträge wiederzuverwenden.
Typische Fallstricke
- Effizienz über Qualität zu stellen, etwa indem Fadenlauf oder Musterabstimmung bei Drucken ignoriert werden.
- Mit der falschen Stoffbreite zu arbeiten, sodass das Schnittbild nicht zur gelieferten Rolle passt.
- Annahmen zur Schnittbildausnutzung bei der Kalkulation nicht zwischen Marke und Lieferant abzustimmen.
Häufige Fragen
Was ist die Schnittbildausnutzung?
Die Schnittbildausnutzung ist der prozentuale Anteil der Stofffläche eines Schnittbilds, der von Schnittteilen bedeckt ist. Je höher die Ausnutzung, desto weniger Stoff geht zwischen den Teilen verloren.
Werden Schnittbilder von Hand oder am Computer erstellt?
Heute geschieht dies meist mit CAD-Software, oft mit automatischer Verschachtelung. Manuelle Anpassungen sind bei schwierigen Stoffen, Drucken und Musterabstimmung nach wie vor üblich.