Paul Poiret
Gründer des Hauses Poiret, Pariser Couturier
Paul Poiret war ein französischer Couturier, der die Pariser Mode vor dem Ersten Weltkrieg dominierte, die Frauen vom Korsett befreite und kühne, orientalistische Silhouetten einführte. Zudem war er ein Pionier des Modemarketings und des Lifestyle-Brandings und erweiterte seinen Namen 1911 auf Parfum und Inneneinrichtung.
| Funktion | Gründer, Haus Poiret |
|---|---|
| Gegründet | 1903, Paris |
| Markenerweiterungen | Parfums Rosine und Interieurs Martine (1911) |
| Haus geschlossen | 1929 |
| Geboren | 1879, Paris |
| Gestorben | 1944, Paris |
Wer war Paul Poiret?
Paul Poiret war ein französischer Modedesigner, 1879 in Paris geboren und 1944 dort gestorben. In den Jahren vor dem Ersten Weltkrieg war er der gefeiertste Couturier von Paris. In Erinnerung bleibt er dafür, die geschnürte Silhouette durch lockerere, säulenartige Formen ersetzt zu haben, sowie für leuchtende Farben, inspiriert von den Ballets Russes und der Kunst des Orients.
Karriere
Als Teenager verkaufte Poiret Skizzen an Couture-Häuser, und 1898 kam er zu Jacques Doucet, wo er zum Leiter der Schneiderei aufstieg. Nach dem Militärdienst wechselte er 1901 zum Haus Worth, doch seine Ideen galten für dessen Kundschaft als zu modern. 1903 eröffnete er sein eigenes Couture-Haus an der Rue Auber in Paris.
Um 1906 kamen seine Entwürfe ohne Korsett aus. Zwischen 1910 und 1913 erreichte er den Höhepunkt seiner orientalistischen Phase mit Haremshosen, Turbanen und Lampenschirm-Tuniken. Er führte auch den Humpelrock ein, der am Knöchel eng war und die Beine einschränkte, während er die Taille befreite.
1911 gründete er die Parfumfirma Rosine und das Unternehmen für dekorative Kunst Martine. Das Metropolitan Museum of Art beschreibt ihn als ersten Couturier, der Mode und Innenarchitektur zusammenführte. Nach dem Krieg verlor sein opulenter Stil gegenüber modernistischen Designern an Boden, sein Geschäft ging zurück, und 1929 schloss er es.
Sein früher Erfolg kam schnell: Ein roter Tuchumhang, den er bei Doucet entwarf, soll sich Hunderte Male verkauft haben. 1909 verlegte er sein Haus in grössere Räumlichkeiten an der Avenue d'Antin, die zur Bühne für seine berühmten Kostümfeste wurden, darunter das Fest von 1911, bekannt als die Tausendundzweite Nacht.
Einfluss auf das Modebusiness
Poirets Geschäftsideen waren ebenso einflussreich wie seine Kleider. Er nahm viele Praktiken vorweg, die heute Standard sind:
- Die Erweiterung eines Couture-Namens auf Düfte und Wohnprodukte
- Aufwendige Feste und Events als Marketing
- Auffällige Schaufenster und inszenierte Präsentationen
- Der Aufbau des Designers als öffentliche Persönlichkeit
Im 21. Jahrhundert wurde der Name Poiret als Marke wiederbelebt, was den dauerhaften Wert historischer Modemarken zeigt.
Warum das wichtig ist
Paul Poiret gilt oft als erster moderner Modedesigner im unternehmerischen Sinn: jemand, der nicht nur Kleidung, sondern einen ganzen Lebensstil verkaufte. Sein Aufstieg und Fall zeigen zudem, wie schnell eine dominante Ästhetik überholt werden kann, wenn sich Geschmack und wirtschaftliche Bedingungen ändern.
Häufige Fragen
Wer war Paul Poiret?
Paul Poiret war ein französischer Couturier, der 1903 sein Pariser Haus eröffnete und dafür berühmt wurde, die Frauen vom Korsett befreit zu haben. Zudem führte er kühne orientalistische Entwürfe und den Humpelrock ein.
Warum ist Paul Poiret für das Modebusiness wichtig?
1911 lancierte er die Parfumfirma Rosine und das Interieurunternehmen Martine und wurde damit zum Pionier des Lifestyle-Brandings. Zudem nutzte er Events, Schaufenster und Prominenz, um sein Haus zu vermarkten.