7. Oktober 2026Internationale Ausgabe
Vol. I · No.
7. Oktober 2026
AI in Fashion
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Das tägliche Briefing zu KI im Modebusiness
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Glossar

Was sind Scope-3-Emissionen in der Mode?

Scope-3-Emissionen sind die indirekten Treibhausgasemissionen in der Wertschöpfungskette eines Unternehmens, etwa aus Materialien, Produktion, Transport und Produktnutzung.

Kurz erklärt

Scope-3-Emissionen sind alle indirekten Treibhausgasemissionen, die in der Wertschöpfungskette eines Unternehmens ausserhalb seiner eigenen Tätigkeit und seiner eingekauften Energie entstehen. Bei Modeunternehmen umfassen sie Emissionen aus Anbau und Verarbeitung von Fasern, Färben und Ausrüsten, Konfektion, Transport, Nutzung durch die Kunden und Lebensende der Produkte.

Wie funktioniert das in der Praxis?

Die Treibhausgasbilanzierung teilt Emissionen in drei Scopes ein. Scope 1 umfasst direkte Emissionen, etwa aus Firmenfahrzeugen, Scope 2 eingekauften Strom und eingekaufte Wärme, und Scope 3 alles Übrige in der Wertschöpfungskette. Eine Modemarke beginnt in der Regel damit, Scope 3 anhand von Ausgaben oder Mengen multipliziert mit Emissionsfaktoren zu schätzen, und geht dann zu lieferantenspezifischen Daten über.

  • Eingekaufte Waren: Fasern, Stoffe, Zutaten und fertige Kleidungsstücke.
  • Transport: eingehende und ausgehende Fracht.
  • Nutzungsphase: Waschen, Trocknen und Bügeln durch die Konsumenten.
  • Lebensende: Entsorgung, Recycling oder Weiterverkauf der Produkte.

Warum ist das für Modeunternehmen wichtig?

Da der Grossteil der Klimawirkung eines Modeunternehmens bei den Lieferanten liegt, müssen glaubwürdige Klimaziele Scope 3 einbeziehen. Investoren, grosse Handelspartner und Berichtsvorschriften verlangen diese Zahlen zunehmend, und Wholesale-Kunden fordern unter Umständen Daten auf Produkt- oder Lieferantenebene für ihre eigene Berichterstattung an.

Wie verändert KI das?

KI hilft, Ausgaben- und Produktdaten Emissionskategorien zuzuordnen, Materialien mit Emissionsfaktoren abzugleichen und Datenlücken mit modellierten Schätzungen zu schliessen. Machine Learning kann zudem Energiedaten von Lieferanten analysieren, um zu erkennen, wo Investitionen in die Dekarbonisierung die grösste Wirkung hätten. Die Ergebnisse bleiben Schätzungen und sollten als solche gekennzeichnet werden.

Häufige Fehler

Wer sich nur auf ausgabenbasierte Schätzungen stützt, macht echte Verbesserungen bei Lieferanten unsichtbar. Doppelzählungen, fehlende vorgelagerte Stufen und Methodenwechsel zwischen den Jahren beeinträchtigen zudem die Vergleichbarkeit. Ein praktischer Einstieg ist, sich zuerst auf die grössten Kategorien zu konzentrieren, meist eingekaufte Materialien und Kleidungsstücke, und mit wichtigen Lieferanten eine einfache Datenvorlage zu vereinbaren, statt allen Kategorien gleichzeitig nachzujagen.

Häufige Fragen

Warum sind die Scope-3-Emissionen bei Modemarken so hoch?

Die meisten Modemarken besitzen keine Fabriken oder landwirtschaftlichen Betriebe. Die energieintensiven Schritte Faserherstellung, Färben und Nähen liegen daher bei Lieferanten, und die entsprechenden Emissionen fallen unter Scope 3 statt unter Scope 1 oder 2.

Wie kann eine Modemarke ihre Scope-3-Emissionen senken?

Gängige Hebel sind der Umstieg auf Materialien mit geringerer Umweltwirkung, die Unterstützung von Lieferanten bei Projekten zu erneuerbarer Energie und Effizienz, die Verringerung von Überproduktion und die Verlagerung von Luft- auf Seefracht.

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