14. Oktober 2026Internationale Ausgabe
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14. Oktober 2026
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Wie verkürzen sich die Vorlaufzeiten im Grosshandel auf 102 Tage während laufender Saison?

Einzelhändler fordern zunehmend kürzere Bestellfenster und platzieren mehr Bestellungen näher am Liefertermin, so Plattformdaten und Branchenumfragen.

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Foto: Chris Linnett / Unsplash

DAS WICHTIGSTE Zusammenfassung der Redaktion

  1. Die durchschnittlichen Vorlaufzeiten im Grosshandel sanken laut Plattformdaten von 263 Tagen im Jahr 2019 auf 102 Tage im Jahr 2024.
  2. 53 Prozent der Einkäufer rechnen in Umfragen damit, die Einkaufsfenster im Jahr 2025 tiefer in die Saison hinein auszudehnen.
  3. 31 Prozent der Marken akzeptieren mittlerweile Bestellungen näher am Liefertermin, gegenüber 22 Prozent, die 2022 Nachbestellungen anboten.
  4. Zeitlose Modelle stiegen von 37 Prozent des Bruttowarenwerts im Jahr 2019 auf 49 Prozent im Jahr 2024.

Wie stark haben sich die Vorlaufzeiten im Grosshandel verkürzt?

Die durchschnittliche Zeit von der Aufgabe einer Grosshandelsbestellung bis zum Versand des Produkts ist von 263 Tagen im Jahr 2019 auf 102 Tage im Jahr 2024 gesunken, so Transaktionsdaten von Joor, einer New Yorker Grosshandelsplattform, die Premium-Marken und Einzelhändler verbindet. Diese Verschiebung hin zu kürzeren Vorlaufzeiten wird sich voraussichtlich fortsetzen, da Einkäufer vermehrt saisoninterne Käufe tätigen, eine Entwicklung, die von Marken verlangt, mehr Lagerbestände vorzuhalten, um saisonnahe Bestellungen zu erfüllen.

Die Verdichtung stellt eine strukturelle Veränderung der Grosshandelseinkaufsmuster dar. Einkäufer fordern zunehmend kürzere Vorlaufzeiten, angetrieben durch die Notwendigkeit, Lagerrisiken zu reduzieren und flexibler auf Konsumtrends zu reagieren. Amanda McCormick Bacal, Senior Vice-President of Marketing bei Joor, bemerkte, dass das übergeordnete Thema für Marken und Einzelhändler darin besteht, sich auf Agilität und informierte Entscheidungsfindung zu konzentrieren.

Platzieren Einkäufer Bestellungen näher an der Saison?

53 Prozent der Einkäufer rechnen damit, die Einkaufsfenster tiefer in die Saison hinein auszudehnen, um Verkaufserfolge zu verfolgen, Trends einzuschätzen und Veränderungen im Konsumverhalten zu beobachten, so eine Umfrage von Joor. Der Trend ist in Nordamerika am stärksten ausgeprägt, wächst aber auch in Europa, dem Nahen Osten, Afrika und Asien.

Infolgedessen gaben 31 Prozent der Marken an, ihre Verkaufsfenster zu verlängern und Bestellungen näher am Liefertermin zu akzeptieren. Dies stellt eine Abkehr von traditionellen Vorbestellungsmodellen dar, bei denen Einzelhändler sich Monate im Voraus verpflichteten und das Produktionsrisiko mit den Marken teilten. Das saisonnahe Modell verlagert das Lagerrisiko zurück auf die Marken, die nun Waren produzieren oder lagern müssen, bevor die Nachfrage im Einzelhandel bestätigt ist.

Welche Rolle spielen zeitlose Modelle und Bestseller-Styles?

Zeitlose und meistverkaufte Modelle wuchsen von 37 Prozent des Bruttowarenwerts bei Joor im Jahr 2019 auf 49 Prozent im Jahr 2024. Diese Verschiebung spiegelt sowohl die Vorsicht der Einkäufer als auch die operativen Anforderungen saisoninterner Bestellungen wider: Marken benötigen Lagerbestände, um schnell zu versenden, und nie vergriffene Modelle bieten eine risikoärmere Grundlage für diesen Bestand.

Der Anteil der Marken, die vollständig neue Kollektionen produzieren, ist gesunken, während jene, die sich auf kleinere Kapselkollektionen neuer Modelle konzentrieren, in den letzten zwei Jahren von 19 Prozent auf 37 Prozent gestiegen sind, so Marktumfragedaten von Joor. Straffere Sortimente und ein höherer Anteil bewährter Modelle helfen Marken, die finanzielle Belastung durch die Lagerhaltung für Bestellungen mit kürzeren Vorlaufzeiten zu bewältigen.

Wie verhält sich dies im Vergleich zu traditionellen Vorbestellungsmodellen?

Historisch gesehen waren Bekleidungsmarken dafür verantwortlich, das für Design und Marketing einer Kollektion erforderliche Kapital vorzuschiessen, während Einzelhändler durch die Produktion finanzielle Verantwortung übernahmen und Modelle per Vorbestellung Monate vor der Möglichkeit zum Weiterverkauf im Geschäft erwarben. Diese Methode bot Bekleidungsmarken die Möglichkeit, die Nachfrage vor der Herstellung zu aggregieren und so die Entstehung unverkaufter Bestände zu minimieren, während Einzelhändler exklusive neue Modelle sichern konnten, um Konsumenten anzuziehen.

Dieses Gleichgewicht hat sich verschoben. Einige Einzelhändler änderten ihre Bedingungen und verlagerten die Verantwortung zurück auf die Marken, indem sie verlangten, unverkaufte Bestände zurückzukaufen oder Preissenkungen mitzufinanzieren. Gleichzeitig konzentriert der Aufstieg saisoninterner Käufe das Lagerrisiko weiter bei den Marken, die nun Waren prognostizieren, produzieren und lagern müssen, ohne bestätigte Bestellungen zu haben.

Welche Veränderungen in der Lieferkette ermöglichen schnellere Lieferung?

Marken verfolgen Nearshoring, um Geschwindigkeit, Kosten und Agilität zu verbessern. Durch die Verlagerung der Produktion näher an die Konsummärkte können sie Vorlaufzeiten sowie Versand- und Importkosten reduzieren und gleichzeitig schneller auf Trends reagieren und Bestände verringern. Shein hat ein branchenführendes technologisches Rückgrat entwickelt, um seine Systeme mit einer beträchtlichen Lieferantenbasis zu synchronisieren und die Vorlaufzeit vom Konzept zum Kunden auf nur 15 bis 21 Tage zu reduzieren, verglichen mit etwa vier bis sechs Wochen bei den führenden Fast-Fashion-Akteuren, so von McKinsey zitierte Branchenexperten.

Der Bericht State of Fashion 2025 unterstreicht die beschleunigte Umgestaltung des Handels, wobei Nearshoring und Friend-Shoring an Dynamik gewinnen, da Unternehmen angesichts von Logistik- und Zollunsicherheiten nach Widerstandsfähigkeit und kürzeren Vorlaufzeiten streben. Bestandsexzellenz und Margenschutz rücken an die Spitze der Agenda, wobei Marken Überbestände reduzieren, Kaufentscheidungen straffen und Daten sowie KI in Planung, Preisgestaltung und Retouren einsetzen.

Was sind die operativen Auswirkungen für Marken?

Kürzere Vorlaufzeiten und saisoninterne Käufe erfordern von Marken ein Überdenken der Kapitalallokation und Lagerstrategie. Marken müssen mehr Fertigwaren vorhalten oder mit Lieferanten zusammenarbeiten, die Bestellungen schnell abwickeln können. Die identifizierten Trends erfordern laut Joor, dass Marken und Einzelhändler eine auf Echtzeit-Einblicken basierende Strategie haben.

Die Verschiebung beeinflusst auch die Kollektionsarchitektur. Marken investieren stärker in Kernprogramme und bewährte Modelle, die als Lagerware gehalten werden können, während sie die Breite saisonaler Neuheiten begrenzen. Für Einkäufer liegen die Vorteile auf der Hand: geringeres Verpflichtungsrisiko, mehr Flexibilität zur Reaktion auf Verkaufserfolge und die Möglichkeit, Trends zu testen, bevor sie sich auf Tiefe festlegen. Für Marken erfordert das Modell stärkere Liquiditätspositionen, bessere Nachfrageprognosen und engere Integration zwischen Merchandising, Produktion und Distribution.

  • Marken benötigen höheres Betriebskapital zur Finanzierung und Lagerung von Beständen ohne bestätigte Bestellungen
  • Erfolgreiche saisoninterne Modelle basieren auf präzisen Nachfragesignalen und Echtzeit-Verkaufsdaten
  • Nearshoring und regionale Produktionszentren werden zu Wettbewerbsnotwendigkeiten
  • Technologieplattformen ermöglichen es Marken, rollierende Bestellfenster und dynamische Sortimente zu verwalten

Häufige Fragen

Was ist saisoninterner Einkauf im Modehandel?

Saisoninterner Einkauf bezeichnet das Platzieren von Bestellungen durch Einzelhändler näher am Liefer- oder Verkaufstermin, anstatt sich Monate im Voraus durch traditionelle Vorbestellung zu verpflichten. Dies ermöglicht Einkäufern, auf tatsächliche Markttrends zu reagieren und reduziert ihr Lagerrisiko, erfordert aber von Marken, Lagerbestände vorzuhalten oder mit Lieferanten zusammenzuarbeiten, die schnell liefern können.

Warum verkürzen sich die Vorlaufzeiten im Grosshandel?

Die Vorlaufzeiten verkürzen sich, weil Einkäufer Lagerrisiken minimieren und schneller auf Konsumnachfrage reagieren möchten. Die durchschnittlichen Vorlaufzeiten im Grosshandel sanken von 263 Tagen im Jahr 2019 auf 102 Tage im Jahr 2024, angetrieben durch Plattformtechnologie, Nearshoring und die Bereitschaft von Marken, mehr Lagerbestände vorzuhalten, um saisonnahe Bestellungen zu ermöglichen.

Wie passen sich Marken an die Anforderungen saisoninterner Käufe an?

Marken produzieren straffere Kollektionen mit mehr zeitlosen Modellen, die von 37 Prozent des Bruttowarenwerts im Jahr 2019 auf 49 Prozent im Jahr 2024 wuchsen. Sie investieren auch in Nearshoring, halten mehr Bestände vor, nutzen Echtzeit-Verkaufsdaten und bieten kleinere Kapsel-Drops anstelle vollständiger saisonaler Kollektionen an.

Mit KI-Unterstützung recherchiert und verfasst, von der Redaktion geprüft und freigegeben.

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