Was ist die Cut Rate in der Mode?
Die Cut Rate ist der Anteil der gebuchten Wholesale-Ordermenge, den eine Marke storniert oder nicht liefern kann, meist bezogen auf das ursprüngliche Orderbuch.
Kurz erklärt
Die Cut Rate misst, wie viel der gebuchten Ordermenge eine Marke vor der Auslieferung streicht, etwa weil ein Style seine Produktionsmindestmenge nicht erreicht hat. Sie wird meist als Prozentsatz des ursprünglichen Orderbuchs pro Saison, Account oder Style ausgewiesen. Eine niedrige Cut Rate signalisiert Einkäufern im Handel einen verlässlichen Lieferanten.
Wie funktioniert das in der Praxis?
Nach Abschluss einer Orderrunde konsolidiert die Marke die Aufträge pro Style und Farbstellung und gleicht sie mit den Mindestmengen der Fabriken ab. Styles, die darunter bleiben, werden oft gestrichen, und alle Aufträge dafür werden storniert. Weitere Streichungen folgen, wenn Rohmaterial verspätet eintrifft oder eine Fabrik weniger Stück liefert als geplant. Die Cut Rate ergibt sich dann aus gestrichener Menge geteilt durch gebuchte Menge.
- Streichung von Styles nach der Orderrunde
- Zusammenlegung von Farbstellungen, um Mindestmengen zu erreichen
- Produktionsausfälle und Qualitätsrückweisungen
- Kreditsperren bei einzelnen Accounts
Warum ist das für Modeunternehmen wichtig?
Ein Einkäufer plant Sortiment und Open-to-Buy auf Basis dessen, was bestellt wurde. Jede Streichung hinterlässt eine Lücke auf der Verkaufsfläche und im Budget, und wiederholte Streichungen verleiten Einkäufer dazu, zu viel zu bestellen oder Budget zu verlässlicheren Marken zu verlagern. Für die Marke bedeuten hohe Cut Rates entgangenen Umsatz und vergeudeten Vertriebsaufwand für Styles, die nie ausgeliefert werden.
Wie verändert KI das Thema?
Prognosemodelle können früh in der Orderrunde abschätzen, welche Styles ihre Mindestmengen voraussichtlich nicht erreichen, sodass die Kollektion rechtzeitig bereinigt werden kann oder sich das Vertriebsteam gezielt auf diese Styles konzentriert. Die Kombination von Buchungstrends mit Kapazitätsdaten der Lieferanten hilft Planern zudem, Produktionsausfälle vorherzusehen, statt sie erst bei der Auslieferung zu bemerken.
Typische Fehler
Wird die Cut Rate nach Ursachen ausgewiesen, erkennen Teams, ob das Grundproblem in der Kollektionsplanung, in der Beschaffung oder bei der Bonität der Kunden liegt.
- Streichungen nur in Stück zu messen, nicht nach Wert oder Account
- Von der Marke verursachte Streichungen nicht von Stornierungen durch Händler zu trennen
- Streichungen zu spät zu kommunizieren, sodass Einkäufer nicht mehr umplanen können
- Kollektionen zu breit aufzustellen, um die Mindestmengen zu erreichen
Häufige Fragen
Was ist eine gute Cut Rate in der Mode?
Einen allgemeingültigen Richtwert gibt es nicht, weil sie von Kollektionsbreite, Mindestbestellmengen und Lieferkette abhängt. Entscheidend sind die Entwicklung über mehrere Saisons und der Vergleich zwischen Accounts und Warengruppen.
Wie können Marken ihre Cut Rate senken?
Marken reduzieren Streichungen, indem sie ihre Kollektionen auf weniger, stärkere Styles fokussieren, mit den Fabriken realistische Mindestmengen festlegen und die Buchungen während der Orderrunde verfolgen. Auch eine frühe Kommunikation mit Einkäufern über gefährdete Styles hilft, Aufträge anzupassen statt sie zu verlieren.