14. Oktober 2026Internationale Ausgabe
Vol. I · No.
14. Oktober 2026
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Studie · Oktober 2026

Modemarken-Atlas 2026

Eine Auswertung von 2838 recherchierten Modemarken-Profilen aus 58 Ländern zeigt, wie die Branche verkauft: E-Commerce ist nahezu flächendeckend, der Grosshandel bleibt für 70 Prozent der Marken zentral, Marktplätze spielen kaum eine Rolle.

Die wichtigsten Ergebnisse

83 Prozent der Marken verkaufen online

E-Commerce ist der am häufigsten dokumentierte Vertriebskanal in allen 2838 Markenprofilen. Dahinter folgen der Grosshandel mit 70 Prozent und eigene Stores mit 53 Prozent.

Fünf Länder stellen 1674 von 2838 Marken

Die USA (408), Grossbritannien (347), Deutschland (331), Frankreich (300) und Italien (288) vereinen zusammen 59 Prozent der untersuchten Marken. Insgesamt deckt der Atlas Marken aus 58 Herkunftsländern ab.

Dänemark führt im Grosshandel mit 90 Prozent

Unter den Ländern mit mindestens 100 Marken hat Dänemark den höchsten dokumentierten Wholesale-Anteil, vor Italien mit 85 Prozent. Österreich erreicht 91 Prozent, allerdings bei nur 23 Marken.

Massenmarkt: nur 17 Prozent im Grosshandel

Marken aus Massenmarkt und Fast Fashion setzen stattdessen auf eigene Stores (87 Prozent), Digital-native- und DTC-Marken dokumentieren Wholesale nur zu 21 Prozent. Am anderen Ende stehen Sport- und Outdoormarken mit 90 Prozent.

Nur 5 Prozent der Marken dokumentieren Marktplatz-Verkäufe

Marktplätze sind der am seltensten dokumentierte Kanal, noch hinter Warenhäusern mit 11 Prozent. Unter den ausgewiesenen Ländern hat Deutschland mit 9 Prozent den höchsten Marktplatz-Anteil.

686 Marken wurden in den 2000er- und 2010er-Jahren gegründet

Von den 1801 Marken mit bekanntem Gründungsjahr stammen 342 aus den 2000er- und 344 aus den 2010er-Jahren, zusammen 38 Prozent. Weitere 139 Marken wurden vor 1900 gegründet.

Schweiz mit dem höchsten Luxus- und Premiumanteil von 83 Prozent

Schweizer Marken sind am stärksten im Luxus- und Premiumsegment positioniert, vor Italien mit 76 Prozent und Japan mit 69 Prozent. In Deutschland liegt der Anteil bei 39 Prozent.

Marken nach Land

Die Ländertabelle zeigt die 18 Herkunftsländer mit den meisten Markenprofilen im Atlas. An der Spitze stehen die USA mit 408 Marken, gefolgt von Grossbritannien mit 347 und Deutschland mit 331. Für jedes Land weist die Tabelle den Anteil der Marken mit dokumentiertem Grosshandel, E-Commerce, eigenen Stores und Marktplatz-Verkäufen aus, dazu den Anteil im Luxus- und Premiumsegment. Dabei zeigen sich klare nationale Muster: Italien und Dänemark sind stark vom Grosshandel geprägt, Japan und Indien fallen durch eigene Filialnetze auf.

Marken nach Land
LandMarkenWholesaleE-commercebetreiben eigene StoresLuxury/Premium
Vereinigte Staaten40872%91%58%55%
Vereinigtes Königreich34762%93%50%55%
Deutschland33179%82%39%39%
Frankreich30057%77%71%64%
Italien28885%69%62%76%
Niederlande21071%81%35%34%
Dänemark15490%84%29%41%
Spanien10465%82%57%37%
Schweden9569%92%54%51%
Japan6179%80%87%69%
Belgien5265%73%63%54%
Australien5155%96%45%22%
Schweiz4178%83%68%83%
Kanada3749%92%59%46%
China3247%75%66%25%
Indien2548%72%84%8%
Südkorea2339%83%83%43%
Österreich2391%91%39%52%

Daten: Wholesale, E-commerce

Über alle 2838 Marken hinweg ist E-Commerce bei 83 Prozent dokumentiert, der Grosshandel bei 70 Prozent und eigene Stores bei 53 Prozent. Warenhäuser sind bei 11 Prozent dokumentiert, Marktplätze bei lediglich 5 Prozent. Da ein Kanal nur zählt, wenn das Profil ihn dokumentiert, sind diese Anteile Untergrenzen. Die Zahlen zeigen dennoch, dass die meisten Modemarken mehrere Vertriebswege kombinieren und der Grosshandel auch im Onlinezeitalter zentral bleibt. Australien hat unter den ausgewiesenen Ländern mit 96 Prozent den höchsten E-Commerce-Anteil.

Marken nach Segment

Die Segmentansicht zeigt, wie stark sich die Geschäftsmodelle innerhalb der Mode unterscheiden. Premium und Contemporary ist mit 854 Marken das mit Abstand grösste Segment, gefolgt von Schuhen mit 358. Sport- und Outdoormarken haben mit 90 Prozent den höchsten Wholesale-Anteil, knapp vor Denim und Casualwear mit 87 Prozent. Am anderen Ende dokumentieren nur 17 Prozent der Marken aus Massenmarkt und Fast Fashion sowie 21 Prozent der Digital-native- und DTC-Marken Grosshandel. Sämtliche Digital-native- und DTC-Marken, also 100 Prozent, verkaufen online.

Marken nach Segment
SegmentMarkenWholesaleE-commercebetreiben eigene Stores
Premium und Contemporary85468%79%51%
Schuhe35879%80%40%
Taschen, Accessoires und Brillen25973%85%41%
Sport und Outdoor23090%89%43%
Luxus- und Designerhäuser22183%81%82%
Massenmarkt und Fast Fashion18617%89%87%
Schmuck und Uhren16171%88%60%
Wäsche, Bademode und Strumpfwaren14474%83%44%
Denim und Casualwear12487%81%51%
Kindermode10671%81%49%
Streetwear und Jugendkultur10377%96%41%
Digital Natives und DTC-Marken9221%100%51%

Gegründet

Für 1801 der 2838 Marken ist ein Gründungsjahr dokumentiert. Die Verteilung zeigt eine lange Tradition und eine starke jüngere Welle: 139 Marken wurden vor 1900 gegründet, während die 2000er-Jahre (342 Marken) und die 2010er-Jahre (344 Marken) die am stärksten vertretenen Jahrzehnte sind. Zusammen stehen diese beiden Jahrzehnte für 38 Prozent der Marken mit bekanntem Gründungsjahr. Die 2020er-Jahre steuern bisher 25 Marken bei, was sowohl den kurzen Zeitraum als auch die Zeit widerspiegelt, bis sich junge Labels etablieren.

Gegründet
GegründetMarken
vor 1900139
1900s29
1910s42
1920s54
1930s48
1940s58
1950s65
1960s99
1970s150
1980s198
1990s208
2000s342
2010s344
2020s25

Konzern

Viele Marken im Atlas gehören zu grösseren Gruppen. Die Markenverwertungsgesellschaft Authentic Brands ist mit 19 Marken am häufigsten im Verzeichnis vertreten, knapp vor LVMH mit 18 und Richemont mit 14. Es folgen Kering mit 11 und VF Corp mit 10 Marken, Inditex und Bestseller zählen je 8 Marken. Die zwölf grössten Gruppen vereinen zusammen 116 Marken im Atlas. Die Rangliste bildet die Zahl der Markenprofile im Verzeichnis ab, nicht Umsatz oder Marktanteil, und zeigt, wie konzentriert die Eigentümerschaft an der Spitze der Branche ist.

Konzern
KonzernMarken
Authentic Brands19
LVMH18
Richemont14
Kering11
VF Corp10
Inditex8
Bestseller8
H&M7
Puig6
Prada5
OTB5
LPP5

Journalisten

Der Atlas umfasst zudem 151 Profile von Journalistinnen und Journalisten aus Mode-Fach- und Wirtschaftsmedien. Nach Markt führen die USA mit 34 Profilen, gefolgt von Grossbritannien mit 25, Deutschland mit 18, Italien mit 17 und Frankreich mit 16; 25 Profilen ist kein einzelner Markt zugeordnet. Retail ist mit 66 Nennungen das häufigste Themengebiet, gefolgt von Luxus mit 40. Fashion Weeks und Business kommen auf je 23 Nennungen, Technologie auf 17 und KI auf 11. KI ist damit ein wachsendes, aber noch spezialisiertes Ressort.

Journalisten
MarktJournalisten
United States34
United Kingdom25
Germany18
Italy17
France16
Spain4
Netherlands3
Switzerland2
China2
Austria2
Sweden2
India1

Methode

Der Modemarken-Atlas 2026 wertet 2838 recherchierte Modemarken-Profile aus 58 Ländern sowie 151 Journalistenprofile aus dem Verzeichnis von AI in Fashion Daily aus, Stand Oktober 2026. Vertriebskanäle und Preispositionierung geben wieder, was das jeweilige recherchierte Profil dokumentiert: Ein Kanal zählt, wenn er dokumentiert ist. Alle Anteile sind daher Untergrenzen, die tatsächliche Nutzung kann höher liegen. Land bezeichnet das Herkunftsland der Marke, nicht ihre Absatzmärkte. Gründungsjahre liegen für 1801 Marken vor. Das Verzeichnis ist keine Vollerhebung der Modebranche; grössere und international sichtbare Marken dürften übervertreten sein, und Anteile für Länder oder Segmente mit wenigen Marken sind mit Vorsicht zu lesen.

Häufige Fragen

Welches Land hat die meisten Modemarken?

Im Modemarken-Atlas 2026 haben die USA mit 408 Profilen die meisten Marken, gefolgt von Grossbritannien mit 347, Deutschland mit 331, Frankreich mit 300 und Italien mit 288.

Wie viele Modemarken verkaufen über den Grosshandel?

70 Prozent der 2838 untersuchten Marken dokumentieren Wholesale-Vertrieb. Am höchsten ist der Anteil bei Sport und Outdoor mit 90 Prozent, am tiefsten bei Massenmarkt und Fast Fashion mit 17 Prozent.

Wie viele Modemarken verkaufen online?

83 Prozent der Marken dokumentieren E-Commerce, das damit der häufigste Vertriebskanal ist. Bei Digital-native- und DTC-Marken liegt der Anteil bei 100 Prozent.

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