Franca Sozzani
Chefredaktorin der Vogue Italia (1988 bis 2016)
Franca Sozzani war eine italienische Redaktorin, die die Vogue Italia von 1988 bis zu ihrem Tod 2016 leitete und sie zu einem der kühnsten und einflussreichsten Modemagazine der Welt machte. Sie förderte Fotografen wie Steven Meisel und nutzte Modestrecken, um gesellschaftliche Themen aufzugreifen, etwa in der wegweisenden All Black Issue von 2008.
| Funktion | Chefredaktorin, Vogue Italia |
|---|---|
| Amtszeit | 1988 bis 2016 |
| Geboren | 1950, Mantua |
| Gestorben | 2016, Mailand |
| Ausserdem | Editorial Director, Condé Nast Italia (ab 1994) |
| Wegweisende Ausgabe | All Black Issue, Juli 2008 |
Wer war Franca Sozzani?
Franca Sozzani (1950 bis 2016) war eine italienische Journalistin und von 1988 bis zu ihrem Tod im Dezember 2016 Chefredaktorin der Vogue Italia. Die in Mantua Geborene wurde 1994 zudem Editorial Director von Condé Nast Italia. Unter ihrer Leitung wurde die Vogue Italia als Magazin der Fotografen und Bildgestalter bekannt, geschätzt für kreativen Ehrgeiz statt kommerzieller Vorsicht.
Karriere
Sozzani begann 1976 bei Vogue Bambini und leitete danach ab 1980 das Magazin Lei und ab 1982 Per Lui. 1988 übernahm sie die Vogue Italia. Ab 2006 kam L'Uomo Vogue hinzu, und 2015 übernahm sie die Verantwortung für Vogue Sposa und Vogue Bambini.
Ihre redaktionellen Entscheide sorgten für Schlagzeilen. Die All Black Issue vom Juli 2008, in der ausschliesslich schwarze Models zu sehen waren, wurde zweimal nachgedruckt. Andere Ausgaben behandelten Themen wie Körperbild und Schönheitschirurgie. Im Februar 2011 lancierte sie Vogue Curvy, das sich der Mode in grossen Grössen widmete. Zudem schrieb sie einen Blog für Vogue.it, und eine Auswahl ihrer Beiträge erschien 2010 als Buch I capricci della moda.
2012 wurde sie zur Sonderbotschafterin der Vereinten Nationen ernannt, erhielt im selben Jahr von Präsident Nicolas Sarkozy die Ehrenlegion und wurde 2014 globale Botschafterin gegen den Hunger für das Welternährungsprogramm der UNO. 2016 erhielt sie den Swarovski Award for Positive Change.
Einfluss auf das Modebusiness
Sozzanis wichtigster Beitrag war die kreative Freiheit für Bildgestalter. Sie förderte Fotografen wie Steven Meisel, der rund zwei Jahrzehnte lang die Cover des Magazins fotografierte, sowie Bruce Weber, Peter Lindbergh, Ellen von Unwerth und Paolo Roversi. Ihr Einfluss auf die Branche umfasst:
- Die Etablierung der Modefotografie als Medium für gesellschaftliche Kommentare
- Das Aufwerfen von Fragen zu Diversität und Körperbild in den Modemedien, lange bevor sie zum Mainstream wurden
- Der Aufbau des internationalen Rufs der Vogue Italia trotz ihres relativ kleinen Heimmarkts
- Die Förderung neuer Talente durch redaktionelle Präsenz
Ihr Leben und Werk waren Gegenstand des Dokumentarfilms Franca: Chaos and Creation und eines gleichnamigen Buchs, das 2019 bei Assouline erschien.
Warum das relevant ist
Für Modemarken und Verlage zeigt Sozzanis Amtszeit, dass redaktionelles Risiko dauerhafte Autorität schaffen kann. Die Vogue Italia wurde unter ihrer Leitung zu einem Massstab für kreative Qualität, mit dem Werbekunden in Verbindung gebracht werden wollten, und die Debatten über Repräsentation, die sie anstiess, prägen Casting- und Marketingentscheide bis heute.
Häufige Fragen
Wer war Franca Sozzani?
Franca Sozzani war eine italienische Redaktorin, die die Vogue Italia von 1988 bis zu ihrem Tod 2016 leitete und ab 1994 zudem Editorial Director von Condé Nast Italia war. In Erinnerung bleibt sie für kühne, gesellschaftlich engagierte Modestrecken.
Was war die Black Issue der Vogue Italia?
Die All Black Issue, im Juli 2008 unter Franca Sozzani erschienen, zeigte ausschliesslich schwarze Models und wurde wegen der grossen Nachfrage zweimal nachgedruckt. Sie gilt als Meilenstein in den Debatten über Diversität in den Modemedien.