Was ist DDP in der Mode?
DDP (Delivered Duty Paid) ist eine Incoterms-Klausel, bei der der Verkäufer die Ware an den benannten Ort des Käufers liefert und Einfuhrzölle sowie Abfertigung bezahlt.
Kurz erklärt
DDP, kurz für Delivered Duty Paid, ist eine Incoterms-Klausel der Internationalen Handelskammer (ICC), nach der der Verkäufer alle Kosten und Risiken der Lieferung bis zum benannten Bestimmungsort des Käufers trägt, einschliesslich Einfuhrabfertigung und Zöllen. Der Käufer muss die Ware lediglich entladen.
Wie funktioniert das in der Praxis?
Bei DDP organisiert der Verkäufer Transport sowie Aus- und Einfuhrformalitäten und bezahlt die Zölle und, je nach Vertrag, die Einfuhrsteuern. In der Mode zeigt sich das in zwei Situationen:
- Wholesale: Eine Marke bietet einem ausländischen Händler DDP-Preise an, sodass dessen Einstandskosten planbar sind.
- DTC-E-Commerce: Die Marke erhebt die Zölle im Checkout und versendet verzollt, sodass die Konsumenten bei der Zustellung keine zusätzlichen Gebühren bezahlen.
- Beschaffung: Manche Full-Package-Lieferanten oder Agenten bieten Marken DDP-Preise an.
Warum ist das für Modeunternehmen wichtig?
DDP vereinfacht die Kaufentscheidung für den Kunden und verringert verweigerte Lieferungen, doch der Verkäufer übernimmt Kosten, Compliance und Risiko der Einfuhr in ein anderes Land. Das erfordert korrekte HS-Codes, eine korrekte Zollwertermittlung und die Fähigkeit, selbst als Einführer aufzutreten oder mit einem Partner zusammenzuarbeiten, der das kann. Die Preise müssen genügend Marge enthalten, um Zolländerungen und Frachtschwankungen aufzufangen.
Wie verändert KI das?
Plattformen für den grenzüberschreitenden Handel nutzen KI, um Produkte einzureihen und Zölle und Steuern im Checkout in Echtzeit zu berechnen. Modelle für Einstandskosten helfen Wholesale-Teams, DDP-Preislisten pro Markt zu erstellen und sie zu aktualisieren, wenn sich Zolltarife oder Frachtraten ändern.
Häufige Fehler
- Einfuhrsteuern und Gebühren im DDP-Preis zu unterschätzen.
- Keine juristische Person und keinen Vertreter für die Einfuhr im Bestimmungsland zu haben.
- Eine unklare Regelung zur Mehrwert- oder Umsatzsteuer im Vertrag.
Bevor Marken Wholesale-Kunden auf DDP-Bedingungen umstellen, sollten sie die Gesamtkosten pro Markt modellieren, prüfen, ob sie rechtlich als Einführer auftreten können, und vertraglich klären, wie mit Zolländerungen während der Saison umgegangen wird.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen DDP und DAP?
Bei DAP liefert der Verkäufer an den benannten Ort, der Käufer übernimmt jedoch Einfuhrabfertigung und Zölle. Bei DDP übernimmt und bezahlt der Verkäufer auch diese.
Warum bieten E-Commerce-Marken DDP-Versand an?
Eine verzollte Lieferung erspart Konsumenten unerwartete Gebühren. Das verringert verweigerte Pakete und verbessert das Kundenerlebnis.