Was ist der Lagerumschlag in der Mode?
Wie oft ein Unternehmen seinen durchschnittlichen Bestand in einer Periode, meist einem Jahr, verkauft und ersetzt.
Kurz erklärt
Der Lagerumschlag, auch Umschlagshäufigkeit genannt, zeigt, wie oft ein Unternehmen seinen durchschnittlichen Bestand in einem Zeitraum, meist einem Jahr, verkauft und ersetzt. Ein höherer Lagerumschlag bedeutet, dass weniger Kapital im Bestand gebunden ist und die Ware frischer bleibt.
Wie funktioniert das in der Praxis?
Der Lagerumschlag wird berechnet, indem der Wareneinsatz eines Zeitraums durch den durchschnittlichen Bestand zu Einstandskosten geteilt wird. Merchandiser messen ihn für das gesamte Unternehmen sowie nach Kategorie, Marke und Filiale. Basics und NOS-Artikel drehen typischerweise schneller als saisonale Modelinien, während Anlassmode oder hochpreisige Artikel langsamer drehen können. Der Vergleich über die Zeit zeigt, ob Einkauf und Nachlieferung effizienter werden.
Warum ist das wichtig?
Jedes Stück Ware bindet Kapital und Fläche. Ein schnellerer Lagerumschlag setzt Kapital für neue Produkte frei, verringert das Risiko veralteter Bestände und senkt Lager- und Markdown-Kosten. Zusammen mit der Marge bildet er die Grundlage des GMROI, der die Gesamtrendite des Bestands zeigt. Händler bevorzugen oft Marken und Kategorien mit schnellem Umschlag, weil sie mit derselben Investition mehr Umsatz erzielen.
Wie verändert KI das?
KI erhöht den Lagerumschlag, indem sie den Bestand auf die tatsächliche Nachfrage ausrichtet. Genauere Prognosen ermöglichen kleinere Erstorders und rechtzeitige Nachlieferungen, während Allokationsmodelle die Ware an die Standorte schicken, wo sie sich am schnellsten verkauft. KI kann zudem Langsamdreher früh erkennen, sodass Teams handeln, bevor die Ware altert und an Wert verliert.
Typische Fehler
- Einem hohen Lagerumschlag durch Unterbevorratung nachjagen, was zu entgangenen Verkäufen führt.
- In der Berechnung Einstands- und Verkaufswerte vermischen.
- Den Lagerumschlag von Kategorien mit sehr unterschiedlichen Geschäftsmodellen vergleichen.
- Nur Jahresdurchschnitte betrachten und saisonale Spitzen übersehen.
Häufige Fragen
Wie berechnet man den Lagerumschlag?
Man teilt den Wareneinsatz eines Zeitraums durch den durchschnittlichen Bestand zu Einstandskosten im selben Zeitraum.
Ist ein höherer Lagerumschlag immer besser?
Nicht immer. Ein sehr hoher Lagerumschlag kann bedeuten, dass das Unternehmen zu wenig Ware führt und Verkäufe verliert. Ziel ist ein gesundes Gleichgewicht zwischen Verfügbarkeit und Kapitalbindung im Bestand.